Viele Konsumenten gehen davon aus, dass beim Online-Shopping automatisch ein Rücktrittsrecht („Widerrufsrecht“) besteht – ähnlich wie in der EU. Doch gilt das auch in der Schweiz?
Gibt es ein gesetzliches Rücktrittsrecht in der Schweiz?
Im Unterschied zur EU sieht das Schweizer Recht kein generelles Widerrufsrecht für Online-Käufe vor. Wer online bestellt, ist grundsätzlich an den Vertrag gebunden (Art. 1 OR: Abschluss durch übereinstimmende Willensäusserung).
Ein Rücktritt ist nur möglich, wenn:
- der Verkäufer dies freiwillig in den AGB oder im Kaufvertrag einräumt, oder
- ein gesetzlicher Rücktrittsgrund vorliegt (z. B. Haustürgeschäfte gemäss Art. 40a ff. OR).
Ausnahme: Haustür- und ähnliche Geschäfte
Bei Verträgen, die nicht im Geschäftslokal abgeschlossen wurden (z. B. Haustürgeschäfte, Werbeanrufe, Werbeveranstaltungen), gilt ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen (Art. 40e OR). Für reine Online-Bestellungen gilt dies jedoch nicht automatisch.
Rückgaberecht als Kulanz
Viele Online-Shops in der Schweiz bieten freiwillig ein Rückgaberecht oder Umtauschmöglichkeiten (z. B. 14 oder 30 Tage). Dieses basiert nicht auf dem Gesetz, sondern auf den AGB des Händlers.
Praktische Tipps für Konsumenten
- Prüfen Sie immer die AGB des Online-Shops.
- Bewahren Sie Rechnungen, Bestellbestätigungen und Liefernachweise auf.
- Nutzen Sie bei Streitfällen das Schlichtungsverfahren nach Art. 197 ff. OR (Gewährleistung bei Mängeln).
Fazit
Beim Online-Shopping in der Schweiz gibt es kein automatisches Rücktrittsrecht, wie es aus der EU bekannt ist. Ob ein Rücktritt möglich ist, hängt von den Vertragsbedingungen oder speziellen gesetzlichen Regelungen ab.
Wer unsicher ist, sollte seine Situation prüfen lassen: Auf LAWGO.online können Konsumenten schnell und unkompliziert abklären, ob sie vom Kaufvertrag zurücktreten können – online, mehrsprachig und ohne lange Wartezeiten.
„Ich dachte, ich könne meine Bestellung einfach zurückschicken. Erst nach einer Beratung habe ich erfahren, dass es in der Schweiz kein automatisches Widerrufsrecht gibt – und dass ich mich auf die AGB des Händlers verlassen muss.“